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Roentgen Ultramarathon 2016




  Herbstsonne, Herbstlaub und Seespiegelungen

Ich wollte wieder dabei sein. Beim Roentgenlauf. Natürlich gerne wieder auf der 63 Km langen Ultramarathonstrecke. Wenn ich schon dort laufen würde, dann bitte das volle Programm.

So meldete ich mich einige Wochen vorher wieder übers Internet für den Ultramarathon an. Mein Trainingsprogramm hatte ich inzwischen mit etwas mehr Kraftsport und mehr Wochenkilometern verstärkt.
Eine Woche vorher habe ich dann etwas weniger Kilometer im Training zurückgelegt. Mein Kraftsport führte automatisch zu einer leichten Gewichtserhöhung. Für mich nicht ungewöhnlich und normal. Sobald ich mehr Kraftsport mache, verlangt mein Körper nach mehr Eiweiß und die Muskeln werden stärker. Womit dann sich auch mein Gewicht erhöht. Natürlich kann ich dem entgegen steuern, indem ich insgesamt weniger Kalorien zuführe und mehr Vegetarisches esse. Allerdings passte es in den letzten Wochen aus verschiedenen Gründen einfach nicht.

Da war ich dann mitten in der Woche vor dem Roentgenlauf. Es wird schon klappen, dachte ich und legte gleich drei Ruhetage in die Trainingswoche. Aber ich merkte schon, dass es diesmal nicht so einfach war mit der Regeneration vor dem Lauf. Die Frische stellte sich nicht ein. Normalerweise erhole ich mich immer recht schnell nach langen Trainingsläufen und besonders, wenn ich so viele Ruhetage in die Trainingswoche einpacke. Dann machte sich eine leichte Erkältung bemerkbar.

Trotzdem war ich wach, als der Wecker am Sonntag vor dem Lauf und nach der Sommerzeit, pünktlich seine Aufgabe erfüllte. Das musste sein.
Oder?
Ich lag noch Sekunden im Bett, ehe ich mich aufraffen konnte. Dagmar hatte anscheinend auch keine so große Lust, die Nacht schon so früh zu beenden. Aber schließlich starteten wir den Tag mit einem leckeren Frühstück.
Charly kam auch mit.


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Der Kaffee und das Schwatzen..
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Die Strecke persönlich!

Wir parkten auf dem Kirmesplatz und fuhren mit dem Pendelbus zum Startgelände. Soviel Zeit blieb nicht mehr für Startnummernabholung, Kaffee und Kuchen.
„Hallo Doris!“, rief ich und sie drehte sich um. Ein herzliches Wiedersehen und ein kurzer Plausch. Ich brauchte noch die Startnummer.

Das ging schnell.
Ich sah keine weiteren bekannten Gesichter. Erst in der Halle sah ich einige bekannte Läufer. Aber nur von Weitem. Ich hatte Charly dabei und kaufte mir ein Startnummernband. Dagmar wollte Kaffee und Kuchen besorgen. Bald war sie mit dem Kaffee zurück. Der Kuchen stand zwar schon bereit, aber es fand sich keiner der Helferinnen, ein Stück einfach so mal abzuschneiden. Wir wissen nicht, ob der Kuchen erst noch besprochen werden musste. So gab es dann auch keine Brötchen. Nur Kaffee.

Ich unterhielt mich mit der Begleiterin eines Läufers intensiv. Ihr Gatte und der Sohn würden auch laufen. Sehr schön. Dann war es soweit. Ich sah einfach keine mir bekannten Läufer. Kann es sein, dass sich mit fortschreitenden Alter immer mehr Läufer aus der Laufszene zurück ziehen? Ich denke, es liegt auch an dem Überangebot an tollen Läufen.
Dann wurde von Zehn auf Start herunter gezählt.
Los ging es.

Zuerst in die Stadt hinein nach Lennep und zurück zum H2O Sauna- und Badeparadies. Danach dann entgegen dem Uhrzeigersinn auf dem Roentgenweg. Dabei sind auf der gesamten Strecke etwa 850 Höhenmeter zu überwinden. Ich keuchte zuerst etwas die Steigungen hoch, erholte mich aber schnell davon und verfiel in einen relativ kraftsparenden Laufstiel. Mir gingen viele Gedanken durch den Kopf. Besonders hinsichtlich der Vorbereitungen zum AC-DC. Der Alpencross wird nicht einfach werden. Immerhin wird der Roentgenlauf, von den Höhenmetern her nur teilweise, und etwas weniger von der Streckenlänge her, eine von neun Tagesetappen beim AC-DC sein.
Aber anders.
Anstrengender.

Immer wieder sah ich die bunten Bäume in der herbstlichen Sonne an. Wie schön es ist, dachte ich immer wieder und lief so vor mich her. Ab und an hatte ich das Gefühl, es gehe schneller mit dem Laufen an diesem Tag als sonst. Dann wieder, es gehe langsamer. Aber ich wollte den Lauf in Wirklichkeit nur genießen. Die Strecke ist wirklich sehr schön und führt durch einen sehr entwickelten Teil Deutschland mit viel Natur.

Es wird auf Asphalt, Schotter und auch auf Waldwegen gelaufen. Trailschuhe bracht man eigentlich nicht.
Das bunte Herbstlaub auf den Wegen nötigt aber schon dazu, vorsichtig zu laufen. Immer wieder verstecken sich Steine unterm Laub.

Hier gibt es überall nette Helfer an den Verpflegungsstationen und ab dem Halbmarathonziel in Clemenshammer dann auch Bananen. Später dann die extra für den Lauf gebackenen Müßlistangen, die besonders lecker sind. Im Marathonziel am Freibad Eschbachtal gibt es auch die Marathonschnecken.
Ein leckeres und auch süßes Gebäck.

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Strecke mit Läufer.
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Die Helden.

Die Siegerzeiten der Männer liegen auf der Ultramarathonstrecke so zwischen 4:27 und 5 Stunden, die der Frauen bei etwa 5:25 bis ca. 5.40h. Das ist schon sehr gut.
Meine Zeiten sind eher bescheiden. Ich lief schon mal um die 7:05h. In letzter Zeit brauche ich aber eher mehr als 7:30h. Immerhin geschieht das dann aus einem vollen Training heraus und oft habe ich vorher an anderen Ereignissen teilgenommen. Aber was sind schon Endzeiten hier? Ich genieße immer wieder die Strecke. Bei Km 30 etwa sahen wir dann die Müngstener Brücke.

In 107 Metern Höhe überspannt die 1897 als Stahlkonstruktion fertig gestellte Brücke die Wupper zwischen Remscheid und Solingen. Es wurden zum Beispiel 950.000 Nieten und 5.000 t Stahl verbaut. Sehr beeindruckend finde ich. Man läuft unter der Brücke durch. Immerhin stehen dort Gerüste. Die alte Dame will gepflegt werden.

Die folgenden Kilometer bis zum Marathonziel empfand ich wieder als sehr schön. Wir liefen auf Waldwegen auf und ab. Doch ich wurde Zusehens langsamer. Nach ca. 5:08h war ich im Marathonziel. Doris sagte mir dann, sie würde heute hier den Lauf beenden. Die Gesundheit gehe vor.
Richtig so!
Ich hatte noch Lust zum Laufen und mir ging es auch noch sehr gut. Nur langsam war ich. Aber ich konnte noch gut laufen und musste mich nie quälen. Ab und an ging es auch mal wieder etwas schneller. Schön war es. Bald lief ich an der Wuppertalsperre entlang und erreichte die 60 Km Marke.

Nur noch drei Kilometer.
Irgendwie doch schade.




 
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Vor dem Start.
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Wuppertalsperre.

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Hinein in die Landschaft.
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Noch drei Kilometer.

Es war schön bei diesem herbstlich, sonnigen Wetter zu laufen. Eine besondere Medaille wurde mir im Ziel umgehängt. Ich genoss das Erdinger Alkoholfrei und ging bald zum Duschen. Die Rückfahrt auf den vollen Autobahnen bewies mal wieder, wie es um Deutschland zur Zeit bestellt ist. Zu lange wird mit notwendigen Reparaturen gewartet, zu lange geplant. Vielleicht aus politischen Gründen, vielleicht, weil die „schwarze Null“ stehen muss.
Baustellengespenster überall.
Trotzdem wird gerast.
Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nur Empfehlungen.
Handybedienen während der Fahrt geht eben nicht.
Ein Autofahrer wäre mir fast in meine Spur gerast.

Trotzdem: Es bleibt ein wunderbares Erlebnis. Der Remscheider Roentgenlauf ist einfach richtig toll.

 Letzte Änderung: 02.11.2016 (II. Korrektur) © Joerg Segger

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Landschaft.
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Spiegelungen im Stausee und Herbstlaub.



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Eine Landschaft Buntes.
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Spiegeln.